ArkivFlow Logo ArkivFlow Kontaktieren Sie uns

Verträge und Geschäftsdokumente speichern

Wie lange müssen Verträge, Mietvereinbarungen und Geschäftsdokumente aufbewahrt werden? Ein praktischer Leitfaden für sichere Dokumentenverwaltung.

Lesezeit: 8 min Level: Anfänger Aktualisiert: Februar 2026
Verträge und rechtliche Dokumente mit Stempel in einem professionellen Büroumfeld

Warum ist die richtige Dokumentenverwaltung so wichtig?

Dokumente aufzubewahren ist nicht einfach nur eine Frage der Ordnung. Es’s eine rechtliche Verpflichtung. In Deutschland gibt’s strikte Regelungen dafür, wie lange Sie verschiedene Arten von Dokumenten aufbewahren müssen — und was passiert, wenn Sie diese nicht befolgen.

Die meisten Unternehmen und Privatpersonen wissen nicht genau, wie lange welche Dokumente aufbewahrt werden müssen. Das führt dazu, dass wichtige Unterlagen entweder viel zu früh weggeworfen oder unnötig lange gelagert werden. Beides kostet Geld und Zeit.

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die wichtigsten Aufbewahrungsfristen und praktische Tipps für eine effiziente Dokumentenverwaltung.

Wichtige Fristen auf einen Blick

  • Kaufverträge: 6 Jahre
  • Mietverträge: 3 Jahre nach Beendigung
  • Arbeitsverträge: 3 Jahre
  • Rechnungen: 10 Jahre (für Geschäftsbetrieb)
  • Bankauszüge: 3 Jahre

Kaufverträge: 6 Jahre Aufbewahrungspflicht

Kaufverträge — egal ob für Möbel, Elektronik oder größere Anschaffungen — müssen Sie 6 Jahre aufbewahren. Das basiert auf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).

Aber hier’s die Sache: Diese 6 Jahre beginnen nicht ab dem Kaufdatum, sondern ab dem Moment, wenn Sie das Produkt erhalten haben. Wenn Sie also im Januar 2026 etwas kaufen und im Februar 2026 erhälten, startet die Frist im Februar. Das bedeutet, Sie müssen den Vertrag bis Februar 2032 aufbewahren.

Warum ist das wichtig? Weil Sie mit dem Originalvertrag Gewährleistungsansprüche geltend machen können, wenn das Produkt fehlerhaft ist. Ohne den Vertrag ist es schwieriger, Ihre Rechte durchzusetzen.

Geschäftsdokumente und Verträge ordentlich in Ordnern archiviert in einem modernen Büro
Mietvertrag und Schlüssel auf einem Schreibtisch mit Dokumenten

Mietverträge: Speicherung nach Kündigungsfrist

Mietverträge sind ein bisschen anders als Kaufverträge. Sie müssen die Vereinbarung 3 Jahre nach Beendigung des Mietverhältnisses aufbewahren. Das ist wichtig, falls später noch Fragen zu Kaution, Schäden oder Mietschulden aufkommen.

Sagen wir, Sie ziehen im Juni 2026 aus einer Wohnung aus. Der Mietvertrag muss dann bis Juni 2029 aufbewahrt werden. Erst dann können Sie ihn vernichten. Viele Menschen machen den Fehler, den Vertrag sofort wegzuwerfen, wenn sie ausziehen — das kann zu Problemen führen, wenn der Vermieter später noch Schadensersatz fordert.

Auch wenn’s ein paar Jahre dauert — bewahren Sie den Mietvertrag an einem sicheren Ort auf. Am besten zusammen mit Fotos des Zustandes beim Einzug und Auszug.

So organisieren Sie Ihre Dokumentenverwaltung richtig

Mit diesen 5 praktischen Schritten haben Sie Ihre wichtigen Unterlagen immer im Griff.

01

Kategorisieren Sie Ihre Dokumente

Sortieren Sie Ihre Unterlagen nach Art: Kaufverträge, Mietverträge, Arbeitsverträge, Versicherungen, Bankunterlagen. So wissen Sie sofort, wo Sie etwas finden und wie lange es aufbewahrt werden muss.

02

Markieren Sie die Aufbewahrungsfrist

Schreiben Sie auf jedem Dokument oder Ordner auf, bis wann es aufbewahrt werden muss. So haben Sie einen Überblick und wissen genau, wann Sie es vernichten können.

03

Wählen Sie einen sicheren Aufbewahrungsort

Ein Aktenschrank mit Schloss, ein Tresor oder ein sichere digitale Lösung — wichtig ist, dass Ihre Dokumente vor Feuer, Feuchtigkeit und unbefugtem Zugriff geschützt sind.

04

Erstellen Sie ein Verzeichnis

Führen Sie eine Liste mit allen wichtigen Dokumenten: Dateiname, Speicherort, Aufbewahrungsfrist, Vernichtungsdatum. Das spart Zeit und verhindert, dass Sie etwas vergessen.

05

Digitalisieren Sie wichtige Unterlagen

Scannen Sie wichtige Verträge und lagern Sie die Dateien verschlüsselt. Das erspart Ihnen Platz und macht es leichter, Dokumente schnell zu finden, wenn Sie sie brauchen.

06

Regelmäßig überprüfen und vernichten

Kontrollieren Sie jährlich, welche Dokumente Sie vernichten können. Nutzen Sie einen Aktenvernichter und beachten Sie Datenschutzbestimmungen beim Löschen digitaler Dateien.

Arbeitsverträge und Personalunterlagen

Für Arbeitnehmer: Der Arbeitsvertrag muss mindestens 3 Jahre aufbewahrt werden. Das ist wichtig, falls später Fragen zu Ihren Arbeitsbedingungen oder zum Lohn auftauchen.

Für Arbeitgeber: Es’s noch komplizierter. Arbeitsverträge, Stundenzettel, Lohnunterlagen und Zeugnisse müssen teilweise 10 Jahre aufbewahrt werden — das ist eine steuerliche Verpflichtung.

“Viele Arbeitgeber unterschätzen die Aufbewahrungspflichten für Personalunterlagen. Das kann teuer werden, wenn die Finanzbehörden das kontrollieren und wichtige Dokumente fehlen.”

— Steuerberater Hinweis
Personalakten und Arbeitsverträge in einem Aktenschrank in einem modernen Büro

Weitere wichtige Aufbewahrungsfristen

Diese Dokumente sollten Sie nicht vergessen.

Rechnungen und Belege

Geschäftsrechnungen müssen 10 Jahre aufbewahrt werden. Für Privatpersonen gilt eine kürzere Frist von 6 Jahren — aber es lohnt sich, länger zu speichern.

Versicherungsunterlagen

Versicherungsverträge und Policen sollten Sie solange aufbewahren, wie die Versicherung aktiv ist, plus 3 Jahre danach.

Bankkontoauszüge

Aufbewahrungsfrist: 3 Jahre. Wichtig für Steuererklärungen und als Nachweis bei Transaktionen.

Immobiliendokumente

Kaufverträge für Immobilien, Grundbuchauszüge und Maklerverträge sollten mindestens 30 Jahre aufbewahrt werden.

Dienstleistungsverträge

Verträge mit Handwerkern, Freiberuflern oder anderen Dienstleistern: Mindestens 6 Jahre aufbewahren.

Garantien und Gewährleistungen

Aufbewahrungsfrist entspricht der Garantiefrist plus 1-2 Jahre. Damit können Sie Ansprüche geltend machen.

Fazit: Ordnung ist das halbe Leben

Die richtige Verwaltung Ihrer Dokumente mag am Anfang aufwändig klingen, aber sie spart Ihnen später viel Zeit und Stress. Sie schützen sich vor rechtlichen Problemen und haben im Notfall schnell Zugriff auf wichtige Unterlagen.

Das Wichtigste ist: Fangen Sie jetzt an. Sortieren Sie Ihre Dokumente, erstellen Sie ein System und halten Sie es konsistent bei. Nach ein paar Monaten wird’s zur Gewohnheit.

Ihre nächsten Schritte:

  • Gehen Sie durch Ihre Schränke und sortieren Sie alle Dokumente
  • Erstellen Sie eine Übersicht mit den Aufbewahrungsfristen
  • Entscheiden Sie: Papier oder digital?
  • Investieren Sie in einen sicheren Aufbewahrungsort
  • Überprüfen Sie jährlich, was vernichtet werden kann

Rechtlicher Hinweis

Diese Informationen sind zu Bildungszwecken gedacht und stellen keine Rechtsberatung dar. Die Aufbewahrungsfristen können je nach Bundesland, Art des Vertrags und individuellen Umständen unterschiedlich sein. Bei Unsicherheiten konsultieren Sie bitte einen Rechtsanwalt oder einen Steuerberater. Die Verantwortung für die richtige Dokumentenverwaltung liegt bei Ihnen.