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Digitale Archivierung und Datenschutz

Von der Papierlagerung zur digitalen Lösung: Welche Anforderungen gelten für die digitale Archivierung und wie schützen Sie sensible Daten?

10 min Lesedauer Fortgeschritten Februar 2026
Digitale Dokumentenverwaltung am Computer, Scanner und Datensicherung

Warum digitale Archivierung unverzichtbar ist

Die Digitalisierung von Dokumenten ist kein Luxus mehr — es’s eine Notwendigkeit. Unternehmen in Deutschland müssen sich nicht nur an Aufbewahrungsfristen halten, sondern auch strenge Datenschutzbestimmungen befolgen. Das macht die Sache komplex, aber machbar.

Tatsächlich gibt es klare Regeln. Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) legt fest, wie digital archivierte Dokumente aussehen müssen. Hinzu kommt die DSGVO, die den Schutz persönlicher Daten regelt. Zusammen bilden diese Regelwerke den Rahmen für sichere und konforme Archivierung.

Sichere digitale Archivierung mit verschlüsselten Dateien und Zugriffsschutz

Die Anforderungen der GoBD verstehen

Die GoBD ist nicht einfach zu durchschauen, aber sie regelt genau, wie Ihre Unterlagen beschaffen sein müssen. Dokumente müssen vollständig, unverändert und in Originalform oder als beglaubigte Kopie vorliegen. Das bedeutet konkret:

  • Dokumente dürfen nach dem Scannen nicht verändert werden — keine Korrekturen oder Ergänzungen
  • Die Dateien müssen in einem Format gespeichert sein, das mindestens 10 Jahre lang lesbar bleibt
  • Zugriffe und Änderungen müssen nachvollziehbar dokumentiert sein
  • Es muss eine Ordnungsstruktur geben, die nachvollziehbar ist

Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand. Sie denken, sie könnten einfach Papier einscannen und fertig ist die Sache. Das funktioniert nicht. Sie brauchen ein System, das protokolliert, wer was wann gemacht hat.

Gesetzliche Anforderungen zur Dokumentenarchivierung in Deutschland auf dem Monitor
Datenschutz und Sicherheit bei digitalen Dokumenten mit Verschlüsselung

DSGVO: Der Datenschutz im Archiv

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schafft zusätzliche Anforderungen. Sie regelt den Umgang mit persönlichen Daten — und viele archivierte Dokumente enthalten genau solche Daten. Personaldokumente, Kundeninformationen, Verträge — das alles fällt darunter.

Das Wichtigste: Sie müssen dokumentieren, welche Daten Sie haben, wer darauf zugreift und wie lange Sie sie aufbewahren. Das klingt aufwändig — ist es auch. Aber es’s essentiell. Ein Verstoß gegen die DSGVO kostet schnell Bußgelder im fünfstelligen Bereich.

Praktisch heißt das: Zugriffe müssen beschränkt sein. Nicht jeder Mitarbeiter braucht Zugriff auf alle Dokumente. Sie sollten Rollen definieren — Buchhaltung sieht Rechnungen, Personalabteilung sieht Personalakten. Und das System muss jeden Zugriff protokollieren können.

So setzen Sie es praktisch um

01

Bestandsaufnahme

Welche Dokumente haben Sie? Wie lange müssen sie aufbewahrt werden? Welche enthalten sensible Daten? Das ist der erste Schritt. Eine ehrliche Bestandsaufnahme dauert Zeit, erspart Ihnen aber später massive Probleme.

02

Digitalisierung planen

Welche Dokumente digitalisieren Sie zuerst? Hochwertige Scanner mit OCR-Funktion (optische Zeichenerkennung) helfen dabei, Dokumente durchsuchbar zu machen. Das spart später Zeit beim Auffinden von Unterlagen.

03

Sicheres System wählen

Nicht jede Cloud-Lösung erfüllt GoBD-Anforderungen. Sie brauchen ein System, das Zugriffe protokolliert, Verschlüsselung bietet und regelmäßige Backups macht. Lokale Speicherung plus Backup ist oft sicherer als nur Cloud.

04

Zugriff kontrollieren

Rollen und Berechtigungen definieren. Wer sieht was? Implementieren Sie eine Zugriffskontrolle. Das ist nicht kompliziert — die meisten Archivierungssysteme haben dafür eingebaute Funktionen.

05

Dokumentation führen

Halten Sie alles fest. Welche Dateien? Welche Formate? Wer hat Zugriff? Wie lange werden sie aufbewahrt? Diese Dokumentation ist bei einer Kontrolle durch Behörden entscheidend.

06

Regelmäßige Prüfung

Einmal pro Jahr überprüfen: Funktioniert das System noch? Sind die Dateiformate noch lesbar? Hat sich etwas in der Gesetzgebung geändert? Archivierung ist kein einmaliges Projekt — es’s ein laufender Prozess.

Best Practices aus der Praxis

Was funktioniert in der Realität? Unternehmen, die das gut machen, haben bestimmte Gewohnheiten entwickelt.

Klare Namenkonventionen

Benannt Ihre Dateien konsistent. “Rechnung_2026-02-15_Firma-XYZ.pdf” ist besser als “Rechnung.pdf”. Das spart Zeit und verhindert Verwechslungen. Nach 5 Jahren im Archiv wissen Sie sonst nicht mehr, was drin ist.

Automatische Backups

Backups müssen automatisch laufen, nicht auf Basis von Hoffnung. Mindestens eine tägliche Sicherung an einem anderen Ort (nicht auf demselben Server) ist Standard. Manche Unternehmen machen auch wöchentliche Offsite-Backups auf externe Festplatten.

Regelmäßige Zugriffsaudits

Quartalsweise überprüfen: Wer hat Zugriff auf sensible Dokumente? Ist das noch aktuell? Wenn ein Mitarbeiter die Abteilung wechselt, sollten alte Zugriffe entfernt werden. Das ist nicht sexy, aber wichtig.

Best Practices für digitale Archivierung mit klaren Prozessen und Dokumentation

Das Wichtigste zusammengefasst

Digitale Archivierung ist nicht kompliziert, wenn Sie die Grundprinzipien verstehen. Die GoBD schreibt vor, wie Dokumente beschaffen sein müssen. Die DSGVO schützt sensible Daten. Zusammen bilden diese Regeln einen klaren Rahmen.

Was Sie tun müssen: Bestandsaufnahme machen, ein sicheres System wählen, Zugriffe kontrollieren, dokumentieren und regelmäßig überprüfen. Das’s es. Nicht sexy, aber effektiv. Und wichtig — Bußgelder bei Verstößen sind erheblich.

Der Aufwand lohnt sich. Sie sparen Platz, finden Dokumente schneller, reduzieren das Risiko und schlafen ruhiger. Papierberge sind gestern — digitale, sichere Archive sind heute.

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Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Er ersetzt keine rechtliche Beratung durch einen Anwalt oder Steuerberater. Gesetze und Vorschriften können sich ändern. Bitte konsultieren Sie bei spezifischen Fragen einen Fachmann, um sicherzustellen, dass Ihre Archivierungspraxis den aktuellen Anforderungen entspricht. Die Einhaltung von GoBD und DSGVO ist essentiell — diese Richtlinien sollten von Fachleuten überprüft werden.