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Aufbewahrungsfristen für Steuerdokumente

Wie lange müssen Rechnungen, Belege und Steuererklärungen aufbewahrt werden? Ein praktischer Überblick über die wichtigsten Fristen.

7 min Lesedauer Anfänger Februar 2026
Ordner mit beschrifteten Etiketten in einem modernen Büroschrank, organisierte Dokumentenverwaltung

Warum Aufbewahrungsfristen wichtig sind

Das deutsche Finanzamt ist nicht gnädig, wenn’s um Dokumentation geht. Es gibt klare Regeln, wie lange du Belege, Rechnungen und Steuererklärungen aufheben musst. Wer die Fristen ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder — du könntest auch in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, wenn eine Prüfung kommt und die Unterlagen fehlen.

Die gute Nachricht? Es ist eigentlich nicht so kompliziert. Die meisten Fristen sind überschaubar, und mit einem strukturierten System behältst du problemlos den Überblick. Lass uns gemeinsam durchgehen, was du wissen musst.

Person sortiert Steuerdokumente in Ordnern auf einem modernen Schreibtisch mit natürlicher Beleuchtung

Die Standard-Aufbewahrungsfrist: 6 Jahre

Das ist die wichtigste Frist, die du dir merken musst: 6 Jahre. Das ist die Standard-Aufbewahrungsfrist für die meisten Geschäftsunterlagen in Deutschland. Das bedeutet konkret: Rechnungen, Lieferscheine, Quittungen, Kontoauszüge — alles, was mit deiner Buchhaltung zu tun hat, muss mindestens 6 Jahre lang aufbewahrt werden.

Wichtig ist, wann die Frist anfängt zu laufen. Sie beginnt am Ende des Jahres, in dem das Dokument entstanden ist. Wenn du also 2024 eine Rechnung ausstellst, läuft die Frist bis Ende 2030. Das gibt dir ein paar Monate Spielraum, aber nicht viel mehr.

Du fragst dich jetzt wahrscheinlich, was nach 6 Jahren passiert? Dann kannst du die Dokumente getrost entsorgen — aber nur, wenn die Frist wirklich abgelaufen ist.

Kalender mit eingezeichneten Aufbewahrungsfristen und Markierungen, Planungssystem für Dokumentenverwaltung
Verschiedene Dokumenttypen ordnen: Rechnungen, Verträge, Kontoauszüge, systematische Archivierung

Spezialfristen für bestimmte Dokumente

Es gibt aber auch längere Fristen für spezielle Dokumente. Und das ist wichtig zu wissen, weil du sonst Fehler machst.

Steuererklärungen und Steuerbescheide: 10 Jahre

Deine Steuererklärung und der Steuerbescheid vom Finanzamt — die bleiben länger. 10 Jahre müssen diese Unterlagen aufbewahrt werden. Das gilt, wenn das Finanzamt Zweifel an der Richtigkeit deiner Angaben hat.

Betriebsstätten und Anlagevermögen: 6-10 Jahre

Wenn du Geschäftsräume, Maschinen oder andere Anlagegüter hast, brauchst du die Unterlagen dafür länger. Besonders bei Immobilien — da solltest du die Dokumente praktisch für immer aufheben.

Gehaltsabrechnung und Personalunterlagen: 6 Jahre

Falls du Mitarbeiter hast, gelten für deren Unterlagen auch 6 Jahre. Das betrifft Verträge, Abrechnungen, Krankmeldungen — alles zusammen.

Praktische Tipps für die Organisation

Theoretisch zu wissen, dass man 6 Jahre aufheben muss, ist das eine. Praktisch umzusetzen, das andere. Hier sind einige konkrete Ansätze, die funktionieren:

01

System nach Jahren ordnen

Erstelle Ordner für jedes Jahr. 2024er Ordner, 2025er Ordner — so weißt du genau, wann die Frist abläuft. Markiere den Ablauf-Monat mit einem Marker oder Notiz. Ende 2030? Raus damit.

02

Digital statt Papier

Digitale Archivierung ist völlig legal und spart enorm viel Platz. Scanne die Dokumente ein, nutze ein Verwaltungssystem. Wichtig: Speichere Backups an mehreren Orten.

03

Kategorien für Übersicht

Teile deine Dokumente in Kategorien: Rechnungen (6 Jahre), Steuern (10 Jahre), Personal (6 Jahre). So siehst du auf einen Blick, was wann entsorgt werden darf.

04

Shredder-Datum notieren

Schreib das Datum auf den Ordner, wann du ihn vernichten darfst. Das ist psychologisch auch hilfreich — du wirst nicht nervös, wenn der Ordner älter wird.

Besonderheiten und Ausnahmen

Es gibt noch ein paar Spezialfälle, die du kennen solltest. Zum Beispiel: Wenn das Finanzamt eine Betriebsprüfung anmeldet, darfst du die Dokumente nicht mehr entsorgen — nicht mal wenn die Frist abgelaufen ist. Das nennt sich “Aufbewahrungssperre”. Die bleibt so lange bestehen, bis die Prüfung abgeschlossen ist.

Auch bei laufenden Rechtsstreitigkeiten ist Vorsicht geboten. Wenn du dich mit jemandem vor Gericht stritest, musst du die relevanten Unterlagen ebenfalls länger aufbewahren. Die Frist läuft erst nach Abschluss des Verfahrens.

Ein wichtiger Punkt noch: Dokumente, die einen Vermögensgegenstand betreffen — wie Immobilien oder teure Maschinen — solltest du sogar länger aufbewahren als die 6 Jahre. Manchmal ist es sinnvoll, sie dauerhaft zu archivieren. Das Risiko ist einfach zu hoch, sie zu früh zu entsorgen.

Steuerberater oder Buchhalter prüft Dokumente und berät zu Aufbewahrungsfristen

Das Wichtigste zusammengefasst

Aufbewahrungsfristen sind kein Hexenwerk. Die Standard-Frist ist 6 Jahre für fast alle geschäftlichen Unterlagen. Steuererklärungen bleiben 10 Jahre. Alles andere ergibt sich aus dem Kontext. Mit einem strukturierten System — ob digital oder analog — behältst du locker den Überblick.

Das Wichtigste: Fang nicht erst an zu organisieren, wenn es problematisch wird. Wenn du deine Dokumente von Anfang an ordnest und weißt, wann die Fristen ablaufen, ersparst du dir später eine Menge Stress. Und das Finanzamt wird dir dankbar sein.

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Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zu Aufbewahrungsfristen in Deutschland. Die hier beschriebenen Fristen basieren auf der Abgabenordnung (AO) und anderen relevanten Gesetzen. Allerdings können individuelle Situationen unterschiedliche Anforderungen mit sich bringen. Für spezifische Fragen zu deiner persönlichen oder geschäftlichen Situation empfehlen wir dir, einen Steuerberater oder Buchhalter zu konsultieren. Die Inhalte dieses Artikels stellen keine Rechtsberatung dar und können eine individuelle Beratung nicht ersetzen.